Dienstag, 21. April 2020

Wer sind bitte diese ominösen „besseren Texte“?

TEXTSCHUPPEN – Was gute Texte können

„Bessere Texte, die Kunden magisch anziehen“, „Füllwörterdiät für deinen Text“, „Do’s and Dont’s beim Schreiben“ – das Internet ist voller Ratgeber und Anleitungen für bessere Texte. Aber wer sind sie überhaupt, diese „besseren Texte“? Ich füge dem geballten Internetwissen meine 3 persönlichen Antworten hinzu. Nicht, weil da unbegrenzt Platz zu sein scheint, sondern weil ich sie für maßgeblich halte. Ignorierst du diese 3 Grundsätze, brauchst du aus meiner Sicht gar nicht anzufangen mit dem Schreiben.

#1 Bessere Texte werden persönlich

Stell dir vor, du findest an deinem Geburtstag eine Karte in deinem Briefkasten. Zugegeben ungewöhnlich im Jahr 2020, aber vorstellbar. Mit leisem Herzklopfen drehst du sie um und liest den Text auf der Rückseite: Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag wünscht dir Tante Hildegard. Wo ist es hin, das Herzklopfen?

Sollte jetzt nicht ein ausgesprochen schönes Motiv die Vorderseite schmücken, befindet sich die Karte vermutlich auf direktem Weg in die Altpapierkiste.

Warum bist du enttäuscht?

Da hat sich Tante Hildegard doch immerhin die Mühe gemacht hat, eine Karte auf den Weg zu bringen. Offensichtlich hat sie an deinen Geburtstag gedacht.

Du bist enttäuscht, weil sie die Karte nicht für dich geschrieben hat. Das einzig individuelle an diesem Text ist die Unterschrift. Tante Hildegard hat sich keine Mühe gegeben, auch nur die Spur einer persönlichen Botschaft zu senden. Irgendetwas, das dich fühlen lässt, dass sie an dich gedacht hat, dass sie dir nah sein möchte. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag wünscht dir deine schreibfaule Tante Hildegard. Fühlst du den Unterschied? Und hätte sie jetzt noch eine liebevolle Anrede an den Anfang der Botschaft gestellt – perfekt.

#2 Bessere Texte haben eine Botschaft

Warum solltest du einen Text lesen, der nur aus einem Grund in diese Welt gelangt ist: es galt einen Termin einzuhalten. Ach je, Hanna hat Geburtstag, da muss ich noch eine Karte schicken oder boah, jetzt muss ich aber mal wieder einen Newsletter rausschicken – das macht keinen Unterschied. Das ist keine Botschaft, sondern ein von außen erzeugter Druck.

Liebe Tante Hildegard, du hast keine Lust eine Karte zu schicken. Dann lass es. Dir ist leider kein Thema für deinen nächsten Newsletter eingefallen, dann spar dir die Mühe, dieses Nichts in zahlreiche Worte zu kleiden und an deine Leser zu verschicken. Einzige Ausnahme: Du bist ein Schreibtalent, dass diesen Umstand so unterhaltend rüberbringt, dass du deinen Lesern ein fröhliches Schmunzeln schenkst.

Lass deine Leser[innen] spüren, dass du ihnen eine Botschaft vermitteln möchtest, die dir wirklich am Herzen liegt. Das dein Text nur aus dem Grund geschrieben wird, damit er hilft ihre Probleme zu lösen, Informationen zu finden und Wünsche zu erfüllen.

Bessere Texte tragen wenigstens einen Hauch von Individualität.

#3 Bessere Texte benutzen keine Sätze von der Stange

Ziehe ihnen wenigstens maßgeschneiderte Socken an. „Deine schreibfaule“ macht aus einfacher Konfektionsware eine persönliche Botschaft. Bei Sätzen von der Stange –tausendfach gelesen – schaltet unser Gehirn sofort ab. Gelangweilt legt es sich unter den Apfelbaum und schaut in den Himmel. Denken, speichern, danken wird es in diesem Zustand nicht. Warum auch?  Ist doch schön hier unterm Baum und Neues zu entdecken, gibt es im Text offensichtlich nicht.

Was Tante Hildegard mit deinem Business zu tun hat?

Es ist egal ob du Geburtstagspost, Newsletter, Blog-Posts oder Werbeflyer schreibst, denn das Ziel sollte immer das Gleiche sein: mit einem Gedanken das Herz und das Hirn der Leser[innen] zu berühren. Dann kommt deine Botschaft an und erzeugt eine Reaktion. Denn egal was wir schreiben, wir schreiben immer für andere Menschen. Jeder Kunde oder Entscheider – sie sind in erster Linie Menschen und erst in der Zweiten Budgetverwalter und –verteiler.

Gibt es Sätze von der Stange, die du nicht leiden kannst?

Ich wollte hier nämlich noch ein paar Beispiele einfügen, aber wie es oft so ist, wenn man krampfhaft nach ihnen sucht. Sie haben sich davon gemacht. Vermutlich umfahren sie mich großräumig, um nicht unter meinen Stift zu geraten.

Schenkst du mir einen von deinen?

Nutze doch gleich die – vielleicht letzte – Gelegenheit mit einem Satz von der Stange echte Freude zu verschenken:) Und schreib ihn mir in die Kommentare. Herzliche Grüße und ein fettes Danke dafür schon mal im Voraus.

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